thema

charakter

eröffnung

story

schlussbild



GEBRAUCHSANLEITUNG:

 

Der Story-Trickster ist ein Instrument, um spontan spannende Geschichten zu entwickeln. Er ist keine Maschine die automatisch Ergebnisse ausspuckt, sondern ein Zufallsgenerator, der die Fantasie beflügelt. Schöpfer ist und bleibt der Autor selbst! Nehmt ein Blatt Papier, spielt mit den Ergebnissen, erfühlt die Lösungen – und im Handumdrehen habt Ihr eine spannende Story für Buch, Comic oder Film. Viel Spaß!

 

 

Thema

Das Thema ist übergeordnet. Außerhalb der in der Story vergehenden Zeit durchwebt es Charaktere und Handlung: Es gibt der Story die Grundfärbung. 

 

Charakter

Der Charakter ist die Hauptperson der Story. Es muss sich nicht immer um einen Helden handeln, sondern kann, besonders bei Noir-Themen, eine gebrochene, finsterer Person sein. 

 

Eröffnung

Das Eröffnungsbild gibt den Ton und die Atmosphäre zu Beginn der Story an. Es ist der Ausgangspunkt von allem, was geschieht. 

 

Story

Die Story ist die Entwicklung der Handlung. Steht sie – scheinbar – im Widerspruch zum Thema, weist dies auf einen Defekt beim Charakter hin welchen er überwinden muss, um sein Ziel zu erreichen.

 

Schlussbild

Das Schlussbild zeigt, wie die Story endet. Oft kann man hier schon erkennen, ob der Charakter sein Ziel erreicht hat, oder ob er gescheitert ist.

 

Denkt immer daran, dass der Storytrickster inspirieren soll. Oft mag es vorkommen, dass Ihr plötzlich ein ganz anderes Bild, eine ganz andere Geschichte im Kopf habt! Wenn das so ist, dann folgt einfach Eurer eigenen Eingebung – denn dafür ist dieses Spiel im Grunde ja sowieso gedacht!

 

 

 

OFFENE ELEMENTE:

 

Damit der Story-Trickster sinnvolle Ergebnisse liefert, müssen drei wichtige Story-Elemente offen gelassen und sodann aus den im Story-Trickster generierten Elementen abgeleitet werden:

 

Defekt

Der Charakter hat einen Defekt, über den er in der Story ständig stolpert; der ihn zgleich auch vorantreibt. Aber er muss diesen Defekt überwinden, damit er wirklich sein Ziel erreichen kann.

 

Der Defekt ist aus der Kombination von Thema, Charakter und Story ableitbar: In allen diesen Bereichen kann der Story-Trickster positive oder auch negative Elemente ausgeben. Die daraus entstehenden Widersprüche ergeben meist sehr einleuchtend den Defekt.

 

Oft kommt es in Stories vor, dass der Charakter es nicht schafft, seinen Defekt zu überwinden und scheitert. Dann haben wir es, besonders auch bei Noir-Themen, mit einem tragischen Ende zu tun.

 

Gegenspieler

Die gleichen Elementen die den Defekt definieren, tun dies auch mit dem Gegenspieler – denn dieser ist im Grunde nur das Spiegelbild des Defektes: Von der zerstörerischen Flasche Whisky bis zum fiesen Mafiaboss kann der Gegenspieler eine Person oder auch einfach nur eine Energie sein.

 

Sobald man Defekt und Gegenspieler erkannt hat – dies ist in den meisten Fällen gar nicht schwer – steht die Geschichte: Das Schlussbild weist oft darauf hin, ob der Charakter sein Ziel erreicht oder scheitert. Dies entscheidet sich immer kurz vorm Ende in einer besonderen Situation, dem Klimax:

 

Klimax

Im Klimax wird der Charakter noch einmal geprüft, ob er seine Lektion gelernt hat. Die Prüfung erfolgt stets direkt durch den Antagonisten und ist meist ein verbaler oder körperlicher Kampf. Nur wenn der Charakter sie besteht, erreicht er sein Ziel.

 

Oft lässt er im Klimax reichlich Federn, schafft es aber trotzdem: Dann haben wir es mit einem gebrochenen Ende zu tun, der vielleicht schönsten Form des Happy End.

 

Das Story-Rad

 

Das Story-Rad enthält sämtliche Geschichten der Welt. Es besitzt vier Speichen, aus denen vier Felder entstehen. Wenn wir den Story-Trickster gedeutet und um die drei fehlenden Elemente ergänzt haben, können wir das Ergebnis in das Story-Rad eintragen: 

 

  1. Wir beschreiben den Charakter. Wir wissen, wo und wie er lebt, was ihn antreibt und wo sein Defekt liegt. Uns ist klar, dass er in dieser Situation nicht verweilen kann, und dass er, ob er will oder nicht, sich in das Abenteuer der Story begeben muss.                             
  2. Der Charakter betritt die Story. Spätestens hier trifft er auf den Gegenspieler, der ihm das Leben schwer macht. Was der Charakter noch nicht erkennt: im Grunde ist er sich selbst sein größter Feind. Dieser zweite Teil endet immer mit einem scheinbaren Sieg oder einer Niederlage – aber nie wird sich hier der Charakter bereits tieferer Zusammenhänge bewusst.
  3. Im dritten Viertel des Rades geschehen die Dinge mit mehr Intensität, sodass der Charakter in äußerste Gefahr gerät. Meist gehen ihm nun die Augen auf und er erkennt, was er ändern muss *.
  4. Nun ist der Charakter gewappnet für die dritte Prüfung: Er hat seinen Defekt überwunden und tritt seinem Gegenspieler Auge in Auge gegenüber: der Klimax! Wenn der Charakter siegreich daraus hervorgeht, schließt sich der Kreis und er kehrt gestärkt heim.

 

* Wenn der Charakter im dritten Viertel seinen Defekt nicht erkennt und ändert, dann scheitert er im vierten Abschnitt – das ist der Stoff, aus dem Tragödien sind.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren und denkt daran, dass Geschichten heilig sind – denn sie öffnen uns das Tor zur Selbsterkenntnis, ohne die wir alle nur dies wären: Eine einzige, kollektive Tragödie.